SOMMERPLATTE

Sommerplatte begann mit einer Idee vom Glück: Dass sich vier Musiker, gute Freunde, jeden Sommer treffen, um ein Album aufzunehmen, Jahr für Jahr, komme, was wolle. Dass sie alles abschütteln, was nicht zur Musik gehört – Gedanken an stilistische Zugehörigkeit, Verwertbarkeit, die Steuererklärung -, und ganz aufgehen in der Magie dieses Moments. Die vier Musiker, Hanno Busch, Tobias Philippen, Claus Fischer und Florian Bungardt, sind dieser Idee tatsächlich gefolgt und haben nun ihr erstes Album als Sommerplatte vorgelegt. Was sie geschaffen haben, ist ein spannender Grenzgang zwischen verschiedenen Genres, die sich nicht nur als musikalisches Material, sondern vor allem in ihrer Haltung zu Wort melden: die Freiheit des Jazz, die loop-basierte Ästhetik elektronischer Musik, die angstfreie Schönheit von Pop. Unangestrengte Virtuosität blitzt auf, ohne je Selbstzweck zu sein. Songs täuschen altbekannte Baupläne an, um dann doch meandernd in immer neue, völlig andere Teile überzugehen. Natürlich hallen in den Aufnahmen auch die breit gestreuten Kontexte nach, in denen sich die vier Musiker außerhalb von Sommerplatte bewegen, einer Welt, in der sich ein Bogen spannt vom Hurricane Festival zu Jazz Baltica und wo so unterschiedliche Künstler wie Michael Wollny, Larry Carlton und PeterLicht musikalische Weggefährten sind. Doch die Essenz dieser Platte wird spürbar als die Freude und die Energie dieses Recordingsommers. Mögen ihm viele folgen – genau wie es der Glücksplan vorsieht.

SOMMERPLATTE 3

Der Kreis schließt sich, und Glück entsteht«, sagt uns die Stimme von PeterLicht im siebten Track, und dieser Satz wäre eine passende Überschrift für dieses dritte Album der Kölner Band Sommerplatte, mit dem sie eine Trilogie von Veröffentlichungen beschließt, die schon rein äußerlich ihre Verbundenheit unterstreichen: Auch das neue Plattencover zeigt wieder eine Musikmaschine, hinter deren Buttons sich wie die Samples einer MPC die Songs verstecken. Unverkennbar ist, wie sehr die neuen Tracks sich in jenem Sommerplatte-typischen Kosmos bewegen, den wir von den beiden ersten Alben kennen, gleichzeitig aber hat die Band ihren so eigenen Sound weiterentwickelt, indem sie damit immer weiter in die Tiefe gegangen ist. Noch enger verbinden sich die vier Instumentalisten Hanno Busch, Florian Bungardt, Claus Fischer und Tobias Philippen miteinander. Mit noch mehr Nachdruck und Kraft performen sie ihre Songs. Ganz ähnlich wie bei den Auftritten der Band entfaltet auch das neue Album eine erstaunlich breit gefächterte Wirkung – von Augen schließen und zuhören bis wild mittanzen. Und, ja, es stimmt: Glück entsteht.

Hanno Busch – Gitarre
Tobias Philippen – Keyboards
Claus Fischer – Bass
Florian Bungardt – Drums

music composed, performed & produced by SOMMERPLATTE
recorded at Fattoria Musica, Osnabrück with great support of Benno Glüsenkamp & Steffen Lütke
mixed by Tobias Philippen at Undergroundtree Studio
mastered by Kai Blankenberg at Skyline Tonfabrik, Düsseldorf
photos by SOMMERPLATTE
cover artwork by Murat Yüksel áká Automatte, Istanbul